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Informationen zu Peak Oil. Was versteht man darunter, wie ist der Verlauf, was könnten die Folgen sein. Beginnend bei den ersten Informationen zum Thema und am Ende aktuelle Situationen.


 

Ölpreise, Peak Oil, Turbulenzen – Licht ins Dunkel einer aufgeregten Debatte bringen

 

Die nachfolgenden Texte wurden von der ASPO Deutschland erarbeitet, wir haben von dort zitiert. Der Text wurde erstellt von Martin Held und Jörg Schindler.

 

Da wir uns bei der ASPO zentral mit dem Peak-Oil beschäftigen, möchten wir hier vom Peak-Oil aus das Thema angehen. Wie kann das Mantra “Peak Oil is dead” so gehandelt und langanhaltend verbreitet werden? Das hat mit einer Falle zu tun: Die Entwicklung der Ölpreise als Indikator für Knappheit (oder gar langfristige Verfügbarkeit) zu verstehen, ist eine Falle. Rohstoffmärkte tendieren zu hoher Volatilität, Erdöl eingeschlossen. Dies hat vielfältige Ursachen. 

 

Ja, aber ist es nicht tatsächlich so, dass die Erdölförderung zugenommen hat? Dass die Berichte der Internationalen Energie Agentur (IEA) zu einem Peak Oil etwa in den Jahren 2006/2008 zu voreilig waren? Tatsächlich waren sie nicht voreilig, sondern eher den Erkenntnissen nacheilend – veröffentlicht erstmals im WEO 2010 – und haben sich explizit nur auf sogenanntes konventionelles Erdöl bezogen. Gleichzeitig wurde in der Tendenz korrekt ein Anstieg der unkonventionellen Ölförderung vorausgesagt.

Diese (angebliche) Fehleinschätzung von Peak Oil auch der IEA sei doch einfach zu erklären, so der komplementäre spin: Dank technischem Fortschritt, wie etwa Horizontalbohrungen, Fracking und dergleichen, sei es gelungen, riesige Lagerstätten von unkonventionellem Öl zu erschließen.

 

Das Narrativ ist beliebt, es stimmt jedoch nicht: Die unkonventionellen Lagerstätten etwa in Texas und North Dakota waren seit langer Zeit bekannt. Fracking war keine neue Technik (und wird im Übrigen in Deutschland in der konventionellen Erdgasförderung seit langem mit eingesetzt), es gab keinen Sprung in der technischen Entwicklung sondern graduelle Verbesserungen. Voraussetzung für die Entwicklung in den USA waren vielmehr zwei andere Faktoren: In den USA wurde in der Zeit der damaligen Bush-Administration im Jahr 2005 die Öl- und Erdgasindustrie von der Umweltschutzgesetzgebung für Wasserreinhaltung und Gesundheit ausgenommen. Gleichzeitig stiegen die Ölpreise aufgrund des sich abzeichnenden Peaks in der konventionellen Ölförderung. Damit konnte trotz deutlich höherer Grenzkosten die Förderung von unkonventionellem Light Tight Oil (LTO) mit Hilfe von Fracking in Schwung gebracht werden.

 

Die Geschichte ist in Wahrheit ganz anders: Nicht der tolle technische Fortschritt treibt die Entwicklung an. Derartige unkonventionelle Erdöllagerstätten geht man nur dann an, wenn die Förderung in den leichter zugänglichen konventionellen Lagerstätten nicht mehr ausweitbar ist und beginnt zurückzugehen. Wer geht hohe Risiken ein in arktischen Gewässern, in größeren Tiefen in rauer See, in unkonventionellen Lagerstätten, deren Förderung bereits nach einem Jahr rasch wieder zurückgeht, wenn konventionelles Öl reichlich und billig wäre?

 

Wenn man sich die Entwicklung der Narrative in den Medien genauer anschaut, gibt es noch mehr Verdrehungen. Ein kleines Beispiel: Über viele Monate wurde in den Medien und in der Politik vorrangig Saudi-Arabien ermahnt, endlich ihre Förderung zurückzufahren, um die Preise wieder in Ordnung zu bringen. Das ist überraschend. Die USA hatten durch die Gesetzgebung und eine Politik des billigen Geldes begleitet von viel politischem Feldgeschrei die Förderung von unkonventionellem Erdöl angeschoben. Wenn überhaupt ein Staat in der Verantwortung steht, dann die USA. Aramco, die saudi-arabische Ölgesellschaft, hatte die Förderung erst ab etwa 2013 leicht ausgeweitet (Manifa-Feld), in der Größenordnung von etwa 1 Mio b/d im Verhältnis zu etwa 4 Mio b/d in den USA.

 

Damit verbunden wurde und wird in den Medien vielfach der politische spin einer veränderten geopolitischen Weltlage aufgrund der neuen Ölmacht Vereinigte Staaten kolportiert. Tatsächlich importieren die USA nach wie vor und auf unabsehbare Zeit in erheblichem Maße Erdöl. Was tatsächlich politisch erreicht wurde, ist etwas ganz Anderes: Die dringend erforderliche Energiewende zum Abbau der Ölabhängigkeit wurde um einige Jahre hinausgeschoben. Das zusätzlich geförderte unkonventionelle Erdöl hat, zusammen mit der geschilderten allgemeinen Entwicklung der Rohstoffmärkte, vermutlich einen gewissen Anteil an den aktuellen Verwerfungen auf den Märkten. Es ist aber nicht die alleinige Ursache. Das ist auch daran ablesbar, dass die Erdölnotierungen viele Jahre über 100 $/b lagen.

 

Nun noch ein wenig beachtetes Thema, dessen Einfluss auf die Ölpreisbildung nicht leicht abschätzbar ist, das dennoch relevant ist. Öl ist nicht gleich Öl. Es gibt ganz unterschiedliche Qualitäten, üblicherweise nach ihrer Dichte oder Viskosität differenziert, reichend von extra schweren Ölen über Schweröle und dann das eigentliche crude oil (Rohöl) und jenseits davon die leichteren Öle und flüssigen Kondensate. Gemessen wird dies in °API. Hinzu kommen Differenzierung je nach Schwefelgehalt, Schwermetallgehalt, etc. Diese Differenzen drücken sich auch in zu erzielenden Preisdifferenzen aus und können sehr groß sein. Wenn man von „Öl“ spricht, dann meint man in der Regel crude oil, das an den Rohstoffbörsen gehandelt wird und für diesen Zweck bezüglich seiner Qualität exakt definiert ist, nämlich mit der Obergrenze von ≤ 42 °API für WTI (West Texas Intermediate) und ≤ 45 °API für Brent. Die globale Förderung von Rohöl hat  etwa in 2005 bis 2010 ihren Peak erreicht, war dann einige Jahre auf einem Plateau und beginnt bereits zurückzugehen. Der Anstieg der amerikanischen unkonventionellen Ölförderung wird in der Statistik als crude oil geführt, entspricht aber nicht dieser Spezifikation, da LTO mehrheitlich einen Wert von > 42 ° API aufweist (also i.d.R. mehr als BENT und WTI, daher heißt es light tight oil). Es kann in diesen Mengen in den USA auch nicht „richtiges“ crude oil in den Raffinerien ersetzen, weswegen es jetzt nach Aufhebung des Exportverbots Abnehmer auf den Weltmärkten finden soll. Der durch die USA ausgelöste Anstieg der eigentlichen Rohölförderung ist damit weitgehend ein statistisches Artefakt. Man könnte von einer crude oil Illusion sprechen, die den Märkten ein Überangebot vorgaukelt vergleichbar etwa einer Geldillusion bei Inflation.

 

Wir sehen, dass die grundlegenden Informationen zu diesem Komplexen Thema bereits einen erheblichen Umfang benötigen, ohne dass gewährleistet werden kann, dass alle Punkte abschließend und vollkommenen dargelegt werden können.

Deshalb zum Schluss noch zwei Punkte als Stichworte:

Der Faktor ENROI oder ENROEI (Energie Request of Energie invested) ist Ihnen sicherlich ein Begriff. Da der Punkt (1:1) unsere Berechnung nach in spätestens 20 Jahren erreicht werden könnte (unabhängig von der Verfügbarkeit und anderen wirtschaftlichen Gegebenheiten), könnte sich die Situation bereits weit vor den nächsten 20 Jahren nochmals verschärfen.

Das Wissen der Fachleute könnte auch ein Grund dafür sein, dass die Energiewende so schnell voran getrieben wird. Das Thema Klimawandel und Energiewende ist nicht mit einem Satz erklärt, wir möchten nur auf die mögliche Verknüpfung dieser Themen hinweisen.

 


Nachfolgend die bisherigen Ölfunde. Die Größten liegen einige Jahre zurück. Seit 2000 wurden keine größeren Funde mehr realisiert. 


Hier der Verlauf der Ölförderung in einem Zeitraum von 5.000 Jahren. Der Ölrausch beschränkt sich auf einen nur kleinen zeitlichen Rahmen:



Was ist Peak Oil. Ein kurzer Ausschnitt von Dipl. Wirt.-Inf. Norbert Rost.


CO2 und der fossile Energieträger Öl hängen natürlich eng zusammen. Daher nun eine Dokumentation des ORF zu den "7 Schwestern", das Öl Kartell.

1928 treffen sich die Chefs der damals sieben größten Ölgesellschaften der Welt zu einem verschwiegenen Jagdwochenende auf einem schottischen Schloss. Die Chefs der "7 Schwestern" teilen den Rohstoff-Reichtum der Welt untereinander auf. Es geht um Einflusssphären und Produktionsgebiete. Die Regierungen, gar die Völker der betroffenen Regionen im Nahen Osten werden nicht gefragt.


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